Nebenbei selbstständig machen – die 7 wichtigsten Fragen und Tipps vor dem Start

Nebenbei selbstständig machen – Tipps vor dem Start

So viele Menschen, gerade auch Frauen, träumen davon, sich von Zuhause ein zweites Standbein aufzubauen, sich nebenbei etwas dazu zu verdienen oder die Haushaltskasse aufzubessern, indem sie sich nebenbei selbstständig machen. Manche gehen leider recht blauäugig an die Sache heran und lassen sich locken. Locken von Versprechungen auf das schnelle Geld, auf Geld verdienen ohne dafür groß etwas tun zu müssen oder so ähnlich.

Ja, es gibt meines Erachtens Geschäftsmodelle, die leichter und einfacher sind als andere. Doch Zeit wirst Du überall einsetzen müssen, um Dir etwas aufzubauen.

Aber, egal was Du vorhast, es ist immer zu empfehlen, sich VOR dem Start mit einigen grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen.

Hier kommen die aus meiner Sicht 7 wichtigsten Tipps und Fragen, die Du VOR dem Start unbedingt für Dich klären solltest.

#1 Was ist (überhaupt) meine Geschäftsidee?

Oder anders: WOMIT will ich nebenbei Geld verdienen? Ich schäme mich fast, diese Frage hier aufzuführen, da sie doch eigentlich so logisch ist und an allererster Stelle stehen sollte.

Nur – leider ist dies bei vielen nicht der Fall. Sie setzen sich im Vorfeld nicht oder viel zu wenig damit auseinander, wie das Geschäftsmodell aussieht, mit dem sie den Schritt zu ihrem Traum wagen wollen und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssten.

Genau deshalb habe ich diese Frage hier nochmals quasi vor die Klammer gezogen. Eine Reihe der nachfolgenden Fragen hängen eng damit zusammen.

Ebenso wie die Frage: Kann ich auf ein bereits bestehendes Geschäftsmodell zurückgreifen oder starte ich quasi von Null?

Es gibt eine Reihe von Geschäftsmodellen, z.B. im Online-Bereich, aber etwa auch bei Franchise, wo ich kostenlos oder gegen eine Eintrittsgebühr in ein fertiges Geschäftsmodell einsteigen dann. Damit erhalte ich beispielsweise Zugang zu einer bestehenden Infrastruktur, Tools, Marketingsmaterialien o.Ä., so dass ich mir ggf. eine Menge Arbeit sparen und schneller loslegen kann.

Wo finde ich Geschäftsideen für „nebenbei selbstständig machen“?

Der erste Schritt zum Vorhaben „Nebenbei selbstständig machen“ ist „sich informieren“, Geschäftsideen sammeln, sich umhören, was andere machen.

Doch wo finden?

Hier habe ich einmal einige Geschäftsideen für ein side business von Zuhause zusammengetragen und auch weiterführende Tipps und Quellen für weitere Geschäftsideen mit hineingepackt. Ebenso sind einige Ideen dabei, wo man bei einem bereits bestehenden Geschäftsmodell mitmachen bzw. einsteigen kann.

nebenbei selbstständig machen, Tipps, Fragen vor dem Start, von Zuhause Geld verdienen, Frau, Selbstständigkeit Tipps

#2 Passt die Geschäftsidee zu mir – macht mir das langfristig Spaß?

Diese ist Frage ist meines Erachtens absolut zentral. Und gerade dies wird von vielen oft total unterschätzt – geblendet von der (vermeintlichen) Aussicht auf schnelles Geld. 

Warum?

Nun, wenn die Geschäftsidee nicht zu Dir und Deinen Stärken und Schwächen passt, wenn Du,  um die Geschäftsidee tagtäglich in der Praxis umzusetzen, Sachen machen müsstest, die Du hasst oder die Du nicht magst, dann wirst Du Dich über kurz oder lang nicht mehr motivieren können, es weiter durchzuziehen.

  • Aus dem Traum wird dann schnell ein Alptraum.
  • Du musst Dich überwinden, hast keinen Spaß an der Sache, es quält Dich anstatt Dich zu beflügeln.
  • Statt Lust daran zu haben, die eigene Chefin zu sein, entsteht der Frust, sich immer wieder verbiegen zu müssen (und wer lässt schon gern verbiegen)

Und die weitere Folge?

Du wirst es drangeben. Deinen Traum ganz schnell wieder begraben. Ja vielleicht sogar (vorschnell) zu dem Ergebnis kommen, dass Selbstständigkeit überhaupt nichts für Dich ist.

Und dies alles nur, weil Du Dich im Vorfeld nicht ausreichend damit beschäftigt hast, ob das, was zu tun beabsichtigst auch wirklich zu Dir passt.

Um es ganz kurz zu sagen: Du braucht ein WARUM (will ich das machen). DEIN ganz persönliches WARUM!

Und das richtige Mindset. Dazu gehören für mich eine gewisse Neugier, eine Bereitschaft auch mal etwas Neues auszuprobieren und seine Komfortzone auch mal zu verlassen. Auch einmal zu agieren, statt nur zu reagieren.

Und auch dazu habe ich hier weitere Tipps für Dich:

#3 Wie finde ich Kunden oder bekomme Aufträge?

Egal, wie Deine Idee von einer Selbstständigkeit auch aussieht: Ohne Kunden geht es nicht. Ohne Kunden, kein Umsatz. Und ohne Umsatz, kein Geld. So einfach ist das. Wenn man nicht von Kunden sprechen möchte, könnte man auch fragen: „Wer bezahlt mich wie wofür?“

Also steht und fällt der Erfolg meistens damit, ob und wie es Dir gelingt, Menschen für Dich und Dein Angebot zu begeistern. Oder – noch ein Schritt davor – Menschen auf Dein Angebot überhaupt erst einmal aufmerksam zu machen. Ob online oder offline.

Wenn niemand weiß, dass es Dich gibt oder was Du machst, wird es schwer mit Umsatz. Kunden kommen nicht von alleine. Und leider hat meist auch niemand da draußen auf Dich gewartet. So oft hört man: „Ach, die Kunden werden dann schon kommen. Bei meiner Qualität und Leistung.“ Es ist schön, wenn man an sich glaubt, aber das alleine reicht meist nicht.

Deshalb solltest Du Dich im Vorfeld damit auseinandersetzen, WIE Du Kunden oder Aufträge gewinnen kannst bzw. WIE Du Umsatz machst. Und was das kostet, an Zeit (siehe #4 und #5) und vielleicht auch Geld (siehe #7).

Beispiele:

  • Wenn Du z.B. etwas verkaufen möchtest: wer ist Deine Zielgruppe und wo findest Du die? Welchen Nutzen bietet Dein Angebot der Zielgruppe? Sind Menschen bereit, dafür auch Geld auszugeben? Gehst Du z.B. auf Messen, Netzwerkveranstaltungen? Machst Du direkte Akquise z.B. per Telefon oder Vor-Ort-Besuche? Schaltest Du Werbung, online (z.B. in Facebook) oder offline? Baust Du eine Webseite oder einen Blog? Wie wird diese in Google gefunden? Oder, oder, oder …
  • Wenn Du eine Dienstleistung anbietest, z.B. ein Coaching. Wer ist Deine potentielle Klientel und wo findest Du diese? Welche brennendsten Probleme hat die Zielgruppe und wie kannst Du diese lösen? Sind Menschen bereit, dafür auch Geld in die Hand zu nehmen? Wie machst Du auf Dich aufmerksam? Bietest z.B. Du (kostenlose) Webinare an? etc.

Die Beispiele lassen sich beliebig weiterführen. Am Ende lässt sich m.E. alles (und unter der Annahme, es gibt tatsächlich eine Nachfrage für das gibt, was Du vorhast) auf eine zentrale Frage reduzieren:

Musst Du für Deine Geschäftsidee zwingend aktiv Akquise betreiben, mit Menschen reden, Kunden überzeugen oder gibt es Möglichkeiten, dass Kunden Dich finden und so mit Ihren Anliegen auf Dich zukommen, z.B. über Online-Marketing, oder gibt es vielleicht sogar jemanden, der Dir Aufträge/Kunden vermittelt (und was kostet Dich das)? 

Und dann beantwortest Du für Dich die Frage, ob Dir das gefällt und Spaß macht, wie Du an Kunden oder Aufträge kommst. Wenn nicht, dann ist Deine geplante Geschäftsidee m.E. nicht die richtige.

Weiterführender Tipp:

Wenn Du Dich mit den Themen Aufbau eines Online Business, Online-Marketing, Marketing über Webinare, automatisierte Neukundengewinnung etc. näher beschäftigen möchtest, dann habe ich Dir hier eine Auswahl KOSTENLOSER Webinare anderer Unternehmer zusammengestellt, wo Du Dir eine Menge wertvoller Informationen und Wissen abholen kannst.

nebenbei selbstständig machen, Tipps, vor dem Start, wie starten, Fragen, von Zuhause Geld verdienen, Frau, eigene Chefin, Tipps selbstständig machen

#4 Wie viel Zeit kann oder will ich investieren?

Auch eine Selbständigkeit nebenbei erfordert Zeit. Punkt!

Überprüfe im Vorfeld, wie viel Zeit Dir tatsächlich für Dein Vorhaben zur Verfügung stehen würde und wann. Wenn Du z.B. in einem Vollzeitjob tätig bist, hast Du logischerweise nur den Abend oder das Wochenende für Dein zweites Standbein.

Frage Dich, ob Du bereit wärst, einen Teil dieser Zeit in Dein neues Vorhaben zu investieren. Lege möglichst auch fest, wie viel Zeit (z.B. in Stunden am Tag oder in der Woche).

Überlege Dir, ob Du dauerhaft (oder zumindest über einen gewissen Zeitraum bis das Geschäft läuft) auch bereit wärst, diese Menge an Zeit zu investieren. Hier kommt übrigens wieder Dein Warum ins Spiel …

Und dann empfiehlt es sich vorab zu überschlagen, wie viel man mit seiner Geschäftsidee in der verfügbaren Zeit verdienen könnte (siehe Tipp #6).

Du solltest Dir ebenfalls klar machen, dass es gerade am Anfang sein kann, dass Du Zeit investierst und trotzdem nichts verdienst. Insbesondere von Menschen mit der typischen „Angestelltendenke“ hört man allerdings oft, dass sie nicht bereit sind, ihre (kostbare) Zeit zu investieren, wenn sie nichts dafür bekommen.

#5 Wie flexibel kann ich meine Zeit einsetzen?

Auch die Antwort auf diese Frage ist natürlich abhängig von Deiner Geschäftsidee und Deiner individuellen Situation. Dazu ein paar einfache Überlegungen:

  • Wenn Deine Idee ist, z.B. einen kleinen Laden nebenbei zu eröffnen, dann hast Du feste Öffnungszeiten.
  • Wenn Du einen eigenen Online-Shop eröffnest (also einen Shop, bei dem Du Administration, Versand, Rechnungsstellung, Kundenservice selbst machst), dann hast Du quasi immer auf (dann wäre z.B. die Frage, ob und wie Du Kundenanfragen zu Zeiten bedienst, die Du nicht für Dein zweites Standbein zur Verfügung hast).
  • Wenn Du Coachings anbietest, dann könntest Du Termine zeitlich flexibler legen (sofern dies zu den Anforderungen Deiner Klienten passt).
  • Wenn Du digitale Produkte online verkaufst und Dein Marketing automatisiert hast, dann ist Deine Zeit meist sehr flexibel einsetzbar
  • Wenn Du Beratungen oder andere Dienstleistungen anbietest, dann richtet sich die Zeit meist nach den Anforderungen Deiner Kunden und Du wirst oft Deadlines haben.
  • Wenn Du z.B. im Empfehlungsmarketing tätig wirst, dann ist Deine Zeit meist komplett flexibel selbst einteilbar. Auch gibt es eine Reihe von Modellen, bei denen Du zugleich einen „eigenen“ Online-Shop bekommst, der für Dich komplett administriert wird.

Meines Erachtens gilt: je flexibler Du Deine Zeit für Dein Vorhaben einsetzen kannst, umso besser, wenn Du Dich nebenbei selbstständig  machen möchtest. Denn dies vergrößert den Grad Deiner persönlichen Freiheit ungemein.

#6 Was kann ich verdienen und wie kann ich wachsen (also mehr verdienen) – tausche ich nur Zeit gegen Geld?

Auch hier sind die Überlegungen im Grunde ganz einfach. Es geht um eine Frage der Perspektive Deiner Geschäftsidee.

Ich unterscheide dafür grob 2 unterschiedliche Typen von Geschäftsmodellen.

# Modelltyp 1

Es gibt Geschäftsideen, bei denen Du im Grunde nach Stunden bezahlt wirst. Damit tauschst Du faktisch Geld gegen Zeit. auch als Selbstständiger. Beispiele wären etwa bestimmte Beratungen oder Dienstleistungen. Dein Verdienst ergibt sich somit aus Deiner verfügbaren Zeit (siehe Tipp #4) multipliziert mit dem Stundensatz.

Beispiel (mit frei gewählten Zahlen):

Wenn Du 2 Stunden am Tag Zeit für Dein zweites Standbein hättest, also rd. 10 Stunden in der Woche (lassen wir Wochenende mal außen vor) und Du hättest einen Stundensatz von 50 Euro, dann könntest Du in der Woche 10×50 = 500 Euro verdienen. Wenn, ja wenn Du zu 100% ausgelastet wärst. Diese Frage hängt natürlich von Deinem Geschäftsmodell ab.

Wenn Du mehr verdienen möchtest, dann müsstest Du mehr Zeit einsetzen. Also im Beispiel vielleicht einen Teil des Wochenendes opfern. Oder Deinen Stundensatz erhöhen (dies kann schwierig sein).

Es wird schnell deutlich, dass in jedem Fall auch Deine verfügbare Zeit hier das begrenzende Element ist. Mithin ist auch Dein Verdienst nach oben irgendwann begrenzt. Es sei denn, Du stellst z.B. Mitarbeiter ein (was natürlich dann höhere Kosten und auch mehr Risiken bringt) und schaffst Dir hierüber einen Multiplikator.

# Modelltyp 2

Es gibt andere Geschäftsmodelle, bei denen Deine verfügbare Zeit NICHT zwingend das begrenzende Element ist und Du im Ergebnis nicht nach Stunden bezahlt wirst. Damit sind die Verdienstmöglichkeiten im Grunde nach oben offen.

Beispiele dazu wären aus meiner Sicht Geschäftsmodelle, die den Verkauf digitaler Produkte zum Gegenstand haben (denn hier gilt: 1 x machen, zig-mal verkaufen), manche Modelle im Online-Coaching, Modelle, in denen Marketingautomatisierung möglich ist (wie etwa Affiliate Marketing) oder auch viele Modelle aus dem Empfehlungsmarkting.

Gerade beim Empfehlungsmarketing ergeben sich durch die Möglichkeiten eigene Teams aufzubauen, neue Verdienstchancen, ohne dass (und dies ist anders als bei Modelltyp #1) Deine Risiken steigen.

Wenn Du Dich intensiver über die verschiedenen Modelltypen informieren möchtest, habe ich hier einige meiner Artikel mit weiteren Tipps für Dich:

#7 Was muss ich investieren, welche laufenden Kosten gibt es und welche Risiken habe ich?

Ganz wichtig ist natürlich auch, sich im Vorfeld damit auseinanderzusetzen, welche Erstinvestitionen ich tätigen muss, welche laufenden Kosten auf mich zukommen und welche Risiken ich habe.

Einfache Beispiele:

  • Wenn ich einen eigenen Online-Shop betreibe, dann brauche ich ein Shopsystem, muss  (meistens) die Ware, die ich verkaufen möchte, vorher selbst erwerben (also vorfinanzieren), brauche ggf. ein Lager etc. und trage die Risiken von Storni oder Rücksendungen.
  • Wenn ich ein Franchise-Modell nutzen möchte, dann habe ich häufig Erstinvestitionen zu tätigen und oft laufende Lizenzgebühren. Möglicherweise auch Mindestumsätze.
  • Wenn ich digitale Produkte verkaufen möchte, dann brauche ich ggf. Equipment, um das Produkt herzustellen (z.B. Digitalkamera, Schneidesoftware für einen Videokurs), habe Kosten für Landingpages, für die Marketingautomatisierung (z.B. Newsletter bzw. E-Mail-Marketing-Tool) und/oder für das Webhosting etc.
  • Wenn ich ins Empfehlungsmarketing einsteigen möchte, dann gibt es Modelle mit Erstinvestitionen in Form eines sogenannten Starterpakets, z.T. auch laufende Gebühren. Andererseits gibt es auch Modelle, mit denen ich kostenlos starten kann. Weiteres Equipment braucht man hierfür zunächst meist nicht.
  • Wenn ich beraten möchte, dann brauche ich im ersten Schritt oft nur einen PC und ein Smartphone
  • etc.

Fazit – nebenbei selbstständig machen

So, dies waren die aus meiner Sicht 7 wichtigsten Fragen, die man sich VOR dem Start stellen sollte.

Das Ganze hört sich vielleicht jetzt sehr kompliziert hat. Lass Dich davon nicht abschrecken. Es ist meist nicht kompliziert. Die Fragen kann man in der Regel für sich schnell und mit wenig Aufwand beantworten. Aus meiner Sicht ist aber wichtig, dass man sich vorab mit diesen Fragen auseinandersetzt!

Meine Erfahrung ist auch: lieber unperfekt starten, als perfekt abwarten. Wenn man sich fundiert informiert und ein eigenes Bild gemacht hat, sollte man auch anfangen. 100% Sicherheit oder Erfolgsgarantie gibt es (leider) nicht. Egal, was Dir jemand möglicherweise verspricht.

Was auffällt: gerade Frauen haben häufig ein spezielle Wunschliste an ihre Geschäftsidee „nebenbei selbstständig machen„. Dazu gehören insbesondere folgende Punkte: flexibel in der Zeiteinteilung, von Zuhause aus, keine oder keine großen Investitionen (ja vielleicht sogar kostenlos starten), keine lange Einarbeitung,möglichst einfach und möglichst nichts, wo man anderen etwas verkaufen oder aufschwatzen muss. Am liebsten auch kein langer Vorlauf, sondern schnell starten können.

Auch diese Geschäftsideen gibt es.

Ein Beispiel und Informationen zu einer Geschäftsidee aus dem Bereich Mode, die diese Features erfüllt und noch ein echter Geheimtipp ist, findest Du hier. Der Einstieg ist kostenlos.