Aufräumen Zuhause – 3 einfache Tipps damit es ordentlich bleibt

Aufräumen ist Mist – oder doch nicht?

Ich hasse diese großen Aufräumaktionen, die typischerweise dadurch entstehen, weil sich mal wieder hat „gehen lassen“ und seine guten Vorsätze über den Haufen geschmissen hat. Aufschieberitis lässt grüßen. Es gibt schließlich Schöneres als aufräumen. Und unser innerer Schweinehund weiß das ganz genau. Der Drecksack! Doch halt, jetzt fange ich schon wieder an, die Schuld jemand anderem zuzuschieben. Und das ist einer der Zentralfehler. Im Grunde gibt es nur eine Person, die es in der Hand hat, ob es aufgeräumt bleibt oder nicht. Und das bin ich selbst. Deswegen habe ich ein paar einfache Tipps fürs Aufräumen für Zuhause zusammengestellt, damit es möglichst auch nach der Aufräumaktion so schön bleibt, wie es dann ist.

Aufräumen, Zuhause, Tipps, ordentlich, Ordnung, Aufräumtipps, Frau

Also nieder mit dem Chaos – willkommen Ordnung

Hier kommen die einfachen Aufräum-Tipps.

Tipp 1 fürs Aufräumen: Jedes Ding hat EINEN Platz und zwar SEINEN Platz

Ich finde diese Regel so banal, wie genial (wenn man sich daran hält). Jeder von uns hat doch so seine „Spezies an Sachen“, die man gerne mal herumliegen lässt oder die man benutzt und dann nicht wieder wegstellt.

Mach Dir dafür eine Liste und dann lege genau fest, wo diese Dinge abgelegt werden. Ganz einfache Beispiele sind:

  • Zeitungen und Zeitschriften, die aufbewahrt werden sollen, kommen ins …
  • Zeitungen und Zeitschriften, die entsorgt werden können, sammeln wir dort …
  • Die Fernbedienung liegt immer …
  • Auf dem Schreibtisch haben Locher, Tacker … einen festen Platz und zwar …
  • Das xy Spielzeug bewahren wir immer im  Schrank im 3. Fach von unten auf
  • Die „Papiere“, der Autoschlüssel, der Schlüssel fürs Gartenhäuschen liegen/hängen …
  • Offene, noch zu bezahlende Rechnungen liegen … (idealerweise auch direkt nach Fälligkeit sortiert und dies z.B. auf dem Umschlag notiert)
  • Dicke Jacken, die nicht in den Schrank im Flur passen, werden sofort nach dem Ausziehen in die Garderobe im Keller gehangen (und nicht einfach auf der Treppe abgelegt)
  • usw.

Du merkst, worum es geht. EIN fester Platz, genau festgelegt, für jedes Teil.

Und das Teil kommt am Ende des Tages auch genau wieder an diesen Platz zurück! Dies geht sowohl fürs Private als auch im Home Office.

Ein Riesenvorteil ist, dass man nicht erst überlegen muss, WO das denn jetzt wieder hinkommt. Man weiß es einfach. Und wir vermeiden, dass wir die Dinge bloß nur von einem Platz auf einen anderen (willkürlichen) Platz wegräumen, nur um dann festzustellen, dass dies für die Ordnung auch nicht wirklich beigetragen hat. Das Ganze schafft auch „Ordnung“ im Gehirn und macht es uns einfacher, denn es kostet weniger Energie.

Ein zweiter Riesenvorteil ist, dass man seine persönlichen Suchzeiten massiv reduziert („Wo war nochmal der Autoschlüssel?“), weil man ja genau weiß, wo man nachschauen muss.

Es gibt weitere Anwendungsmöglichkeiten

Prima anwenden lässt sich der Tipp z.B. auch VOR anstehenden Neuanschaffungen. Also: direkt überlegen, wo GENAU das Teil aufbewahrt wird (und was dafür möglicherweise vorher weichen bzw. entsorgt werden muss). Nach meiner Erfahrung funktioniert dies ebenfalls prima VOR einem Umzug, wenn man sich dabei gleichzeitig neu einrichtet. Auch hier bekommt direkt und idealerweise vorab jedes Teil seinen festen Platz. So kann man auch gleich checken, ob der Platz ausreicht.

Tipp 2 fürs Aufräumen: Du brauchst „Rituale“

Schön wäre, wenn es immer so funktionieren würde. Leider gibt es jemanden, der allzuoft etwas dagegen hat. Denn unserer innerer Schweinehund hat trotz toller Listen oftmals dennoch keinen Bock. Er weiß zwar genau, wo welches Teil hingehört, aber leider steuert er uns so, dass wir das Zurücklegen des Teils an diesen einen, festen Platz vergessen, verschieben oder schlicht ignorieren.

Deswegen müssen wir den kleinen Drecksack in bisschen überlisten. Prima dafür geeignet sind Rituale. Nein, wir machen dafür keine spirituellen Sitzungen und beschwören den Gott der Ordnung. Es geht einfacher.

Beispiel 1: Das Abend- oder Morgen-Ritual

Indem wir uns z.B. angewöhnen, abends vor dem Zubettgehen noch eine kleine Runde durch die Wohnung zu machen und die Dinge an ihren jeweiligen Platz zurückzulegen. Oder benutzes Geschirr noch abzuspülen bzw. in die Spülmaschine zu stellen. Du kannst natürlich auch einen anderen Zeitpunkt wählen, z.B. wenn Du von der Arbeit nach Hause kommst oder vielleicht sogar, bevor Du das Haus verlässt. Denn je mehr wir uns damit beschäftigen, was wir noch tun müssen, umso größer wird dann die Wand werden, die wir vor uns auftürmen.

Noch schöner ist es, wenn dies sogar direkt nach der Benutzung gelingt (dann kann man sich irgendwann auch die Abendrunde sparen). Aber das ist schon großes Kino.

Beispiel 2: Das Klamotten-Ritual

Das kennst Du bestimmt auch. Dein Schlafzimmer oder Ankleidezimmer sieht nach dem Ankleiden aus wie ein Schlachtfeld. All die tollen Klamotten, die man hätte anziehen können, rausgelegt, aber dann doch nicht angezogen hat. Auch hier kann man sich angewöhnen, BEVOR man rausgeht, erst alles wieder an den EINEN, SEINEN Platz zu räumen.

Beispiel 3: Das Zeit-Ritual

Für manche ist es zudem eine echte Hilfe, wenn sie sich dafür ein Zeitlimit setzen. Also z. B. die Eieruhr oder einen Countdown im Smartphone nutzen. Denn laut Parkinson´s Gesetz ist die benötigte Zeit oft proportional zu der Zeit, die zur Verfügung steht. Übersetzt: je mehr Zeit Du hast, umso länger wirst Du brauchen.

Beispiel 4: Das Leerlaufzeiten-Ritual

Auch das haben wir doch alle. Gewisse „Leerlaufzeiten“, also Zeiten, wo wir auf etwas anderes warten bis dies fertig ist. Einfaches Beispiel: die 5 Minuten Zeit des Wasserkochens. Was machst Du in dieser Zeit? 5 Minuten reichen, um schon einmal mit etwas Aufräumen anzufangen (je nach Größe der Wohnung und des Unordnungs-Grades vielleicht sogar zum fertig werden). Also ist der Tipp: identifiziere Deine Leerlaufzeiten und nutze sie.

Je mehr wir solche (kleinen) Rituale verinnerlichen, umso schwächer wird der Schweinehund werden, weil er lernt, dass dies zum normalen Tagesablauf dazugehört und er damit nicht ständig dazwischen funkt. Das wird nicht direkt von heute auf morgen funktionieren. Ein bisschen Übung und Durchhaltevermögen ist dafür schon erforderlich.

Tipp 3 fürs Aufräumen: Loslassen lernen – Dinge, die Du nicht (mehr) brauchst, können weg

Ja, man muss auch loslassen lernen. Das gehört zur Ordnung und zum Aufräumen aus meiner Sicht dazu. Ein einfacher Tipp dazu ist die Markierungstechnik. Markiere über einen bestimmten Zeitraum wie oft Du Dinge benutzt. Zum Beispiel, indem Du jedes Mal einen Punkt darauf klebst. Dies kann man zum Beispiel mit Sachen im Keller machen oder mit ganzen Schrankbereichen (also z.B. die linke Schranktür), einzelnen Fächern bis hin zu einzelnen Dingen oder Ordnern. Hier sind der eigenen Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Was bringt das? Außer, dass überall dann so hässliche Punkte kleben? Du erkennst anhand der Punkte sehr schnell, was bzw. wo die Dinge sind, die Du häufig benutzt (und dann natürlich auch, was Du weniger benutzt).

Und dann hast Du 2 Anknüpfungspunkte fürs Aufräumen:

#1: Bei den Dingen, die Du häufig benutzt, stellst Du Dir die Frage, ob sie optimal platziert sind oder ob es nicht bessere Plätze gebe. Beispiel: Du benutzt häufiger einen Ordner, der so weit oben im Schrank steht, dass Du jedes Mal den kleinen Tritt holen musst, um heranzukommen. Finde einen besseren Platz und Du sparst Zeit.

#2: Bei Dingen, die Du nicht häufig bis gar nicht benutzt, entscheidest Du, ob das weg kann. Und setzt das dann auch um. Dies schafft neuen Platz für Dinge zu Tipp 1.

Wenn Dir die Markierungstechnik zu kompliziert ist, dann mach´ Dir einfach regelmäßiger bewusst, was Du „loslassen“ könntest.

Meine Erfahrung ist, je mehr ich loslasse, umso leichter fällt das Aufräumen (denn es ist ja weniger da!). Und auch die gefühlte Ordnung wird größer: denn das gefühlte ganze Chaos ist mehr als die Summe seiner Teile.

So, ich hoffe, die Tipps zum „Aufräumen und Ordnung halten“ sind auch für Dich motivierend und hilfreich. Ade Chaos. Ich finde, das haben wir uns verdient.

One thought on “Aufräumen Zuhause – 3 einfache Tipps damit es ordentlich bleibt

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Aufräumen muss nicht zwangsläufig anstrengend sein. Wenn man jeden Tag immer mal wieder etwas aussortiert, hält man sein Zuhause, ohne zu viel Aufwand, ordentlich.

Comments are closed.